Lichtblick

WIE MUT DURCH ERFAHRUNG WÄCHST

Ein Kind kann noch so oft hören: „Du kannst das.“ Entscheidend ist, ob es selbst erlebt, dass es etwas schaffen und mit seinem eigenen Handeln etwas bewirken kann. In der Begegnung mit dem Pferd entstehen dafür besondere Möglichkeiten.

Das Pferd reagiert unmittelbar auf Bewegung, Körpersprache, Nähe und Distanz. Dadurch kann ein Kind direkt erleben, dass sein Verhalten wahrgenommen wird und einen Unterschied macht.

MUT ENTSTEHT NICHT ERST DANN, WENN ALLES GELINGT

Viele Kinder, die zu mir kommen, trauen sich selbst nur noch wenig zu. Sie vermeiden neue Situationen, geben schnell auf oder ziehen sich zurück, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen.

Beim Pferd geht es nicht darum, sofort alles richtig zu können. Ein Kind darf ausprobieren, seine eigene Lösung finden und erleben, dass auch kleine Veränderungen etwas bewirken können.

Vielleicht gelingt es ihm, Toni einen Schritt zu führen. Vielleicht schafft es, ihr ein klares Signal zu geben, eine Aufgabe zu Ende zu bringen oder nach einem ersten Zögern doch noch einmal weiterzumachen.

Solche Momente mögen von außen klein wirken. Für das Kind können sie jedoch eine wichtige Erfahrung sein: Ich habe mich getraut. Ich konnte etwas bewirken.

WAS IHR KIND MIT DEM PFERD ERLEBEN KANN

Wie eine Einheit aussieht, hängt davon ab, was Ihr Kind gerade braucht. Ich arbeite nicht nach einem festen Programm, das für alle Kinder gleich abläuft.

Manchmal steht zunächst nur das Ankommen und Kennenlernen im Mittelpunkt. Ihr Kind darf Toni beobachten, sich ihr vorsichtig nähern oder herausfinden, wie viel Abstand sich gut anfühlt.

In anderen Einheiten gehen wir gemeinsam mit Toni einen Weg, führen sie durch eine kleine Aufgabe oder überlegen, wie wir ihr verständlich machen können, was wir von ihr möchten. Dabei erlebt Ihr Kind unmittelbar, wie wichtig die eigene Körpersprache, Klarheit und Aufmerksamkeit sind.

Es kann Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und merken, dass es seine eigenen Grenzen wahrnehmen und zeigen darf. Gleichzeitig lernt es, auch auf die Signale des Pferdes zu achten.

VOM BODEN AUS UND AUF DEM PFERD

Die pferdegestützte Begleitung findet sowohl vom Boden aus als auch auf dem Pferd statt. Dabei geht es nicht um Reitunterricht oder darum, bestimmte Techniken zu erlernen.

In der Bodenarbeit stehen die Begegnung, die Verständigung und das gemeinsame Handeln im Mittelpunkt. Ihr Kind kann beispielsweise führen, beobachten, kleine Aufgaben lösen oder sich mit Nähe, Abstand und Grenzen beschäftigen.

Auf dem Pferd kommen weitere Erfahrungen hinzu. Die rhythmische Bewegung, das Getragenwerden und das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers können unter anderem das Gleichgewicht, das Körpergefühl, die Aufrichtung und die Entspannung unterstützen.

Welche Form passend ist, entscheidet sich nicht nach einem festen Plan. Ich orientiere mich daran, was für Ihr Kind in diesem Moment möglich und sinnvoll ist.

WARUM ENTWICKLUNG MANCHMAL MIT BEWEGUNG BEGINNT

Wenn ein Kind stark angespannt, überfordert oder innerlich weit weg ist, helfen Erklärungen nicht immer sofort. Bevor Aufmerksamkeit, Kontakt und Lernen wieder leichter möglich werden, braucht der Körper häufig zunächst Orientierung und ein Gefühl von Sicherheit.

Bewegung kann dabei einen Zugang eröffnen. Denn sie beansprucht nicht nur die Muskulatur. Das Kind verarbeitet gleichzeitig Informationen über Gleichgewicht, Rhythmus, Körperspannung, Richtung und die eigene Position im Raum.

Auf dem Pferd nimmt der Körper fortlaufend dessen Bewegungen auf und muss sich immer wieder neu darauf einstellen. Auch vom Boden aus entstehen solche Erfahrungen: beim Gehen und Anhalten, beim Wechseln der Richtung, beim Balancieren oder beim gemeinsamen Bewältigen einer Aufgabe.

Dadurch kann ein Kind wieder stärker ins eigene Spüren kommen, seine Aufmerksamkeit bündeln und sich aktiver auf das einlassen, was gerade geschieht. Bewegung wird so zu einer möglichen Brücke zwischen Körper, Wahrnehmung und Lernen.

Dabei geht es nicht um sportliche Leistung. Ich wähle Bewegungsangebote passend zum jeweiligen Kind und zur jeweiligen Situation aus. Manchmal braucht es Aktivität, manchmal einen gleichmäßigen Rhythmus und manchmal bewusst eine Pause.

Wichtige fachliche Impulse für dieses Verständnis erhielt ich unter anderem durch die HorseBoy Method und die Movement Method. Entscheidend ist für mich jedoch nicht der Name einer Methode, sondern die Frage: Was hilft diesem Kind gerade dabei, wieder präsenter, aufnahmefähiger und handlungsfähiger zu werden?

KLARHEIT, GRENZEN UND EIGENE LÖSUNGEN

Pferde reagieren sehr fein auf das, was um sie herum geschieht. Sie nehmen Bewegungen, Körperspannung, Blickrichtung und Abstand wahr. Dadurch erhält Ihr Kind eine unmittelbare Rückmeldung auf sein eigenes Handeln.

Wird ein Signal nicht verstanden, bedeutet das nicht automatisch, dass Ihr Kind etwas falsch gemacht hat. Wir schauen gemeinsam: Was könnte verändert werden? Muss die Bewegung deutlicher werden? Braucht es mehr Ruhe, mehr Abstand oder einen anderen Weg?

Ihr Kind erhält nicht einfach eine fertige Lösung, sondern darf selbst ausprobieren und herausfinden, was funktioniert. Gerade dadurch kann es erleben, dass Unsicherheit nicht bedeutet, aufgeben zu müssen.

DIE GRUNDLAGE MEINER ARBEIT

Das Natural Horsemanship bildet eine wichtige Grundlage meiner Arbeit. Dabei geht es nicht um Dominanz oder darum, ein Pferd mit Druck zu kontrollieren. Im Mittelpunkt stehen eine klare und faire Kommunikation, gegenseitiger Respekt und eine Beziehung, in der sich Mensch und Pferd sicher fühlen können.

Darüber hinaus fließen Elemente der HorseBoy Method in meine Arbeit ein. Dabei spielen Bewegung, Körperwahrnehmung, Beziehung und das Erleben mit allen Sinnen eine wichtige Rolle.

Entscheidend ist für mich jedoch nicht, möglichst viele Methoden in einer Einheit unterzubringen. Ich schaue auf das Kind, auf das Pferd und auf das, was sich zwischen beiden entwickelt.

WAS AM ENDE ZÄHLT

Mein Ziel ist nicht, dass ein Kind in einer Einheit möglichst viel leistet oder eine bestimmte Aufgabe perfekt erfüllt.

Wichtig ist, dass es Erfahrungen machen kann, die wirklich zu ihm gehören. Erfahrungen, bei denen es nicht nur hört, dass es etwas kann, sondern es selbst erlebt.

Denn genau daraus kann mit der Zeit mehr Zutrauen entstehen - in die eigenen Fähigkeiten, in andere Menschen und in den nächsten Schritt.

Möchten Sie herausfinden, ob diese Form der Begleitung zu Ihrem Kind passt?

Über das Kontaktformular können Sie ein kostenfreies Ersttelefonat oder einen persönlichen Kennenlerntermin vor Ort anfragen.