Lichtblick

🐴🙎🏻🐕‍🦺 Das Team hinter Lichtblick

Lichtblick ist nicht nur aus meiner fachlichen Arbeit entstanden. Dahinter steckt auch meine eigene Geschichte – und das, was Pferde mich darüber gelehrt haben, den eigenen Platz einzunehmen, sichtbar zu werden und sich selbst mehr zuzutrauen.

Warum mir diese Arbeit so am Herzen liegt

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlen kann, keinen festen Platz zu haben. Als Kind erlebte ich die Trennung meiner Eltern, häufige Umzüge und Situationen, in denen ich mich immer wieder neu anpassen musste. Auch Ausgrenzung und Mobbing gehörten zu meiner Geschichte.

Nach außen funktionierte ich oft. Innerlich wurde ich vorsichtiger und lernte früh, mich stark an anderen zu orientieren. Dabei war es nicht immer leicht, den eigenen Platz einzunehmen und zu zeigen, was wirklich in mir vorging.

Vielleicht berührt es mich deshalb bis heute besonders, wenn ein Kind sich zurückzieht, kaum noch etwas von sich zeigt oder den Eindruck macht, nicht mehr richtig am Leben teilzunehmen.

Ich sehe dann nicht zuerst ein Verhalten, das möglichst schnell verändert werden muss. Ich frage mich: Was könnte dieses Verhalten zeigen? Was hat dieses Kind vielleicht erlebt? Und was würde ihm helfen, sich wieder sicher genug zu fühlen, um sichtbar zu werden?

Genau daraus ist mein Wunsch entstanden, Kindern einen Ort zu geben, an dem sie nicht funktionieren müssen. Einen Ort, an dem sie neue Erfahrungen machen und Schritt für Schritt wieder entdecken dürfen, was alles in ihnen steckt.

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Was Pferde mir gezeigt haben

Im Umgang mit Pferden habe ich etwas verstanden, das für mich selbst sehr wichtig war: Es macht einen Unterschied, wie ich auftrete. Nicht, indem ich laut oder streng werde, sondern indem ich klar bin und meinen eigenen Raum einnehme.

Ein Pferd reagiert nicht auf das, was ich eigentlich sagen wollte. Es reagiert auf meine Körpersprache, meine innere Haltung und darauf, ob ich selbst hinter dem stehe, was ich von ihm möchte.

Dadurch habe ich gelernt, deutlicher zu werden, Grenzen zu setzen und gleichzeitig in Verbindung zu bleiben. Ich musste dafür nicht härter werden oder mich verstellen. Ich durfte vielmehr erfahren, dass ich auch so, wie ich bin, wahrgenommen und ernst genommen werden kann.

Genau solche Erfahrungen möchte ich auch Kindern ermöglichen: nicht nur zu hören, dass sie etwas können, sondern selbst zu erleben, dass ihre Haltung, ihre Entscheidungen und ihr Handeln einen Unterschied machen.

Was ich heute weiß, hätte ich damals gebraucht

Als unsere Familie durch eine schwere gesundheitliche Situation ging, fühlten wir uns mit vielen Fragen ziemlich allein gelassen. Verlässliche Informationen und Menschen, die uns wirklich weiterhelfen konnten, waren schwer zu finden. Vieles musste ich selbst herausfinden – und manches verstand ich erst viele Jahre später.

Heute weiß ich einiges, das ich damals gern gewusst hätte. Ich hätte definitiv manches anders gemacht und meinem Kind an einigen Stellen mehr ermöglichen können. Natürlich bedauere ich heute manches, was ich damals entschieden oder versäumt habe – auch wenn ich weiß, dass ich es zu diesem Zeitpunkt nicht besser wusste.

Ich kann Eltern heute nicht auf jede Frage eine fertige Antwort geben. Aber ich weiß, wie es sich anfühlt, sich um das eigene Kind zu sorgen, nach Hilfe zu suchen und trotzdem nicht genau zu wissen, was der richtige Weg ist. Vielleicht kann es schon Mut machen, jemandem zu begegnen, der dieses Gefühl kennt, selbst durch schwere Zeiten gegangen ist und erlebt hat, dass es trotzdem weitergehen kann.

Mein Weg in die heutige Arbeit begann mit verschiedenen Horsemanship-Kursen. Dort lernte ich zunächst, wie Pferde kommunizieren und wie sehr es auf Klarheit, Körpersprache und das eigene Auftreten ankommt. Erst danach entschied ich mich für die Ausbildung zur Reittherapeutin und Reitpädagogin.

Eine entscheidende Ergänzung kam später durch die Horse Boy Method. Dort begann ich genauer zu verstehen, wie eng Bewegung, rhythmische Bewegungen, Natur, Tiere und das Nervensystem mit Lernen und Entwicklung verbunden sind. Auch wurde mir klarer, warum Worte ein Kind in starker Anspannung manchmal gar nicht erreichen können. Bevor ein Gespräch möglich wird, braucht es häufig erst wieder Verbindung und ein Gefühl von Sicherheit: erst verbinden, später kommunizieren.

Mir war deshalb wichtig, dass meine Arbeit nicht bei einer schönen Stunde mit dem Pferd endet. Kinder sollen bei mir etwas erfahren und lernen, das auch in ihrem Alltag umsetzbar ist. Und Eltern möchte ich helfen, hinter dem Verhalten ihres Kindes mehr zu sehen als fehlenden Willen, Trotz oder Absicht.

Der Name Lichtblick steht für mich für Hoffnung – besonders in Zeiten, in denen der weitere Weg noch nicht klar zu erkennen ist.

Auch mein Glaube ist eng mit diesem Namen verbunden. Besonders Psalm 23 hat mich durch schwere Zeiten getragen. Die Gewissheit, dass Gott mein Hirte ist und mich nicht allein lässt – selbst dann, wenn um mich herum vieles zusammenzubrechen droht –, bedeutet für mich Hoffnung und Halt.

Ein Lichtblick ist für mich deshalb kein Versprechen, dass plötzlich alles leicht wird. Es ist die Erfahrung, nicht allein zu sein und wieder einen nächsten Schritt erkennen zu können.

🐴 Wie Toni und ich ein Team wurden

Toni und ich fanden über eine Anzeige des Hofes Armada zueinander. Bei unserer ersten Begegnung war ihr Fohlen Fiedje gerade eine Woche alt, und Toni ließ mich kaum an sich heran. Deshalb setzte ich mich zunächst einfach zu den beiden in den Stall. Ich wollte ihr die Zeit geben, mich kennenzulernen und selbst festzustellen, dass von mir keine Gefahr ausgeht.

Auch später brauchte es Geduld. Toni wirkte oft weit weg und reagierte zunächst eher abwehrend, als sich wirklich auf mich einzulassen. Erst nach und nach begann sie, auf meine Körpersprache zu achten und mit mir zu kommunizieren. Heute reicht manchmal schon ein Blick, und sie weiß, was ich von ihr möchte.

Auch Toni war anfangs zurückgezogen und schwer erreichbar. Vielleicht passt sie gerade deshalb so gut zu meiner Arbeit. Sie zeigt, dass Vertrauen nicht eingefordert werden kann, sondern Zeit, Verlässlichkeit und echtes Interesse braucht.

Heute ist sie neugierig, zugewandt und in vielen Situationen ein wunderbarer Ruhepol. Gleichzeitig zeigt sie sehr deutlich, wenn ihr etwas nicht gefällt. Sie lässt nicht einfach jedes Programm über sich ergehen – und genau das ist wertvoll. Kinder lernen dadurch, auf ihre Signale zu achten, ihre Grenzen ernst zu nehmen und ihr als einem echten Partner zu begegnen.

Toni gehört der Kettenbrech Stiftung des Lernbauernhofs Armada. Ich darf dauerhaft mit ihr arbeiten, trainiere sie und bin ihre feste Bezugsperson. Heute arbeiten wir als Team – nicht, weil Toni einfach „funktioniert“, sondern weil wir über lange Zeit gelernt haben, einander zu verstehen.

🐕‍🦺 Timmy - hier gehört jeder sofort dazu

Timmy kam 2020 zu uns, ursprünglich als Gefährte für unseren damals schon älteren Labradoodle Sam. Seitdem bringt er mit seiner quirligen, verschmusten Art sehr viel Leben in unsere Familie.

Menschen begrüßt er grundsätzlich so, als würden sie schon immer dazugehören und als hätte er sie viel zu lange nicht gesehen. Gerade Kinder sind oft sofort von ihm eingenommen. Mit seiner Freude, seiner Begeisterung und seinem unverwechselbaren Pudelblick schafft er es meist ganz nebenbei, die erste Anspannung zu lösen.

Damit verkörpert Timmy für mich auf seine ganz eigene Art etwas, das auch Lichtblick ausmacht: Du bist willkommen. Es ist schön, dass du da bist.

Timmy gehört fest zu unserem Team und ist bei vielen Terminen und Einheiten dabei. Manchmal beobachtet er einfach vom Rand des Platzes aus. Manchmal begleitet er uns bei einem Spaziergang. Und manchmal hilft er ganz praktisch: Wenn sich ein Kind eine Übung mit Toni noch nicht zutraut, kann es den ersten Schritt zunächst mit dem deutlich kleineren Timmy ausprobieren.

Ob und wie er dabei ist, entscheide ich passend zum Kind, zur geplanten Einheit und auch zum Wetter. Vor einem Kennenlerntermin kläre ich selbstverständlich, ob ein Kind Angst vor Hunden hat. Denn auch wenn Timmy sich vermutlich am liebsten jedem sofort anschließen würde, soll seine Anwesenheit für das Kind wirklich angenehm sein.

🏡 Ein Ort für Lichtblicke

Meine pferdegestützte Begleitung findet auf dem Hof Armada in Wiesbaden-Frauenstein statt. Der Hof bietet uns einen klaren und geschützten Rahmen, in dem Kinder die verschiedenen Bereiche gemeinsam mit mir kennenlernen können.

Je nachdem, was für das Kind und die jeweilige Einheit sinnvoll ist, arbeiten wir in der Halle, auf dem Außenplatz, im Roundpen, auf dem Trail oder auf den Wegen rund um den Hof.

Neben Toni leben dort unter anderem Ziegen, Schafe, Hühner, Schweine, Kaninchen, Laufenten und Gänse. Einige dieser Tiere darf ich ebenfalls in meine Begleitung einbeziehen. So kann manchmal eine Begegnung mit den Ziegen, das Beobachten der Hühner oder ein gemeinsamer Weg zu den Schafen genau das sein, was ein Kind in diesem Moment anspricht.

Ich bin sehr dankbar, dass mir der Hof Armada und die Knettenbrech Lernbauernhof Stiftung diese Möglichkeiten eröffnen. Dass ich unterschiedliche Bereiche und Tiere passend zum jeweiligen Kind in meine Arbeit einbeziehen darf, ist für mich keineswegs selbstverständlich. Es gibt mir den Spielraum, nicht an einem starren Ablauf festzuhalten, sondern genau hinzuschauen: Was könnte diesem Kind heute guttun?

Mein fachlicher Hintergrund

Meine fachliche Grundlage bilden die Ausbildung zur zertifizierten Reittherapeutin und Reitpädagogin bei equimotion sowie meine Qualifikation als zertifizierte Trainerin für Bodenarbeit an der Martin Kreuzer Akademie (MKA). Derzeit befinde ich mich dort außerdem in der Ausbildung zur Trainerin Reiten.

Ergänzt wird dieser Weg durch Fortbildungen in Natural Horsemanship und Freiarbeit sowie durch absolvierte Grundkurse der Horse Boy Method und der Movement Method.

Diese unterschiedlichen Ansätze helfen mir, Verhalten, Körpersprache, Bewegung und das Nervensystem nicht getrennt voneinander zu betrachten. Dabei arbeite ich nicht nach einem starren Methodenkatalog. Ich wähle bewusst aus, was fachlich sinnvoll ist und zum jeweiligen Kind und zur konkreten Situation passt.

Weiterbildung gehört für mich selbstverständlich zu dieser Arbeit. Denn jedes Kind bringt andere Voraussetzungen mit – und auch die Arbeit mit Pferden ist ein fortlaufender Lernprozess.

Die folgenden Zertifikate geben einen Einblick in meinen bisherigen Ausbildungs- und Weiterbildungsweg. 

Movement Method – Level 1 & 2

Zertifikat wird in Kürze ergänzt.

Möchten Sie herausfinden, ob meine Begleitung zu Ihrem Kind passt?

Über das Kontaktformular können Sie ein kostenfreies Ersttelefonat oder einen persönlichen Kennenlerntermin vor Ort anfragen.